Kein Material wird im Plastikmodellbau so oft verbaut wie das Kunststoffprofil. Erhältlich ist es als voller Streifen und Rundstab, als hohles Rohr und Vierkantrohr und als fertige Konstruktionsform – Winkel L, Träger H und I, Rinne U, Dreieck, Halb- und Viertelrundstab.
Das Sortiment beginnt bei 0,25 mm Stärke und reicht bis zu Rohren von 12,7 mm, die Längen betragen meist 250, 350, 375 und 600 mm. Als Werkstoff kommen Polystyrol, ABS, uPVC und klarer Kunststoff vor. Unten stehen alle Querschnitte einzeln sowie die Hinweise, wonach Sie auswählen.
Der Bausatz gibt die Form des Ganzen, die Profile geben die Form der Details. Aus einem Streifen wird eine Bodenfüllung oder eine Sitzbank, aus einem Rohr ein Auspuff, aus einem Winkel ein Türrahmen, aus einem Träger die Konstruktion eines Krans. Genauso oft retten Profile Reparaturen: Eine abgebrochene Strebe wird ersetzt, ein fehlender Tritt ergänzt oder eine innen liegende Verstärkung eingeklebt, die die Klebenaht zusammenhält.
Polystyrol ist am nachgiebigsten, lässt sich mit der Klinge schneiden und reagiert zuverlässig auf lösungsmittelhaltigen Kleber. ABS ist härter, verträgt Belastung und Warmformen besser. uPVC kommt in extrem dünnen Streifen für feine Kanten und Einfassungen. Klare Profile dienen Leuchten, Abdeckungen und Lichtleitern – ihre Schnittflächen sollten Sie schleifen und polieren statt überkleben.
Beurteilen Sie jedes Maß im Maßstab des Modells: Ein Vierkant von 2 mm ist in 1:35 ein Balken von sieben Zentimetern, in 1:72 von über vierzehn. Die 600-mm-Längen lohnen sich für Gerippe und Zäune, bei denen ein Stoß sichtbar wäre. Dreieck- und Viertelrundprofile wiederum schätzen Sie in Ecken, weil sie den Spalt füllen und die Verbindung zugleich verstärken.
Gefügt wird mit Modellbauklebern – lösungsmittelhaltig auf Polystyrol, Sekundenkleber auf ABS und Klarteilen. Für den gratfreien Schnitt lohnen die Schneidwerkzeuge; ein schief aufgeklebtes Profil fällt nach dem Lackieren doppelt auf.