Osmanische Fußkämpfer des siebzehnten Jahrhunderts in schwerer Ausrüstung: Kettenhemd mit Platteneinsätzen, Helm mit Nasenschutz, Rundschild und Luntenschlossgewehr.
Verantwortlichkeitsangaben sind nicht verfügbar.
Das Heer der Hohen Pforte stützte sich im siebzehnten Jahrhundert auf stehende bezahlte Korps, die sich vom feudalen Aufgebot durch Ausbildung, Disziplin und dadurch unterschieden, dass sie ihre Waffen vom Staat erhielten. Das Set zeigt ihren besser bewaffneten Teil, also die Männer, die den Durchbruch halten und im Nahkampf bestehen sollten, wo Schnelligkeit nicht genügte.
Die Kopfbedeckung unterscheidet die Korps voneinander. Die Infanterie der stehenden Verbände trug eine hohe Filzmütze mit einem nach hinten fallenden Tuchstreifen, anderswo erscheint ein um eine niedrige Kappe gewundener Turban. In schwerer Ausrüstung kommt ein Metallhelm mit verschiebbarem Naseneisen hinzu, mit Kettenbehang im Nacken und mit Röhrchen für Federbüsche, also eine Form, wie sie in Europa sonst nicht getragen wurde.
Der Körperschutz ist gemischt. Grundlage bleibt das Kettenhemd, in das im Brustbereich rechteckige Plättchen eingeflochten sind, dazu kommen Plattengürtelteile um den Rumpf und Unterarmschienen. Über allem liegt ein langer Kaftan. In der linken Hand liegt oft ein Rundschild, aus spiralig gewundenem Schilfrohr gewickelt und mit Seide überzogen: er war überraschend leicht und dämpfte den Säbelhieb dennoch federnd.
In der Bewaffnung stehen zwei Epochen nebeneinander. Das Luntenschlossgewehr mit langem Lauf war der Stolz der stehenden Korps, und man schoss damit kniend wie stehend ohne Stützgabel, denn die osmanischen Stücke waren leichter als die europäischen. Ergänzt wird es durch den Säbel mit gebogener Klinge, die Axt an langem Stiel, den Streitkolben und ein kurzes Messer, waagerecht hinter dem Gürtel getragen. Die Gussteile in der Verkleinerung 1:72 passen zu Belagerungsszenen in Ungarn und zu Bildern der Kämpfe um die Festungen an der Donau.
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